Donnerstag, 30. April 2009

Taiwanlinks im April 2009

Taiwan in der deutschsprachigen Presse.

Politik, Kultur und immer wieder "Taiwan, das Randthema"©
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Welt Online (02.04.2009): hat ein Video von taiwanischen Maßnahmen zur Schmetterlingsrettung. (Sehr schön! Und jetzt bitte mehr davon zu den wichtigen Themen!)

Reisenews-Online (07.04.2009): über die Gewinner der von der UNICUM-Zeitschrift und des taiwanischen Tourismusbüros verlosten Stellen als "Taiwan Scouts", die in einem Blog über ihre Taiwan-Erlebnisse berichten. Herzlichen Glückwunsch! Außerdem vergibt Taiwan nach dem Vorbild Australiens ebenfalls einen "besten Job der Welt" (Spiegel, 29.04.2009).

Die Lübecker Nachrichten (06.04.2009) mit einem Artikel über den deutschen Sänger Maximilian Hecker, der in Asien besser ankommt als daheim:
"Meine scheinbar kitschige Musik wird hier [in Deutschland] häufig nicht ernst genommen und belächelt. Wenn jemand ein Liebeslied singt, ist das uncool und weibisch." 70 Prozent seiner asiatischen Fans seien Frauen, erklärt der schmächtige Künstler. "Für die ist es interessant, dass ich ein Männerbild verkörpere, das sie nicht kennen."
(Auch die Einstellung zur Musik ist eine andere. Selbst der härteste, ganzkörpertätowierte, Betelnuss kauende Taike (台客) ist sich wohl nicht zu schade dafür, oder liebt es sogar (spätestens nach ein paar Bechern Kaoliang), bei einer nächtlichen Karaokesitzung alle Anwesenden mit dem nächstbesten Schnulzensong zu beschallen.)

AP (16.04.2009): China setzt Aufrüstung seiner Marine fort. Mehr dazu beim Handelsblatt (24.04.2009).

Tagesschau (17.04.2009): Laut einer Studie der Universität von Arkansas und der Nationaluniversität Taiwan macht Fast-Food zwar dick, aber glücklich. (Ok, wer sagt es Morgan Spurlock?)

Der Spiegel (19.04.2009) (sowie etwas später die FAZ, 28.04.2009) berichtet über die Reaktionen auf Äußerungen Jackie Chans auf dem Wirtschaftsforum von Boao. Der Filmstar sagt, er sei sich nicht sicher, ob man den Chinesen zu viel Freiheit gewähren solle, da es in China sonst womöglich so chaotisch zugehen werde wie in Taiwan und dass er von nun an seinen Wohnsitz nach Pjöngjang verlegen will.

AP (23.04.2009) bringt eine Liste mit Filmen, die im kommenden Cannes-Wettbewerb laufen, darunter auch der taiwanische Festival-Liebling Ang Lee (李安) mit seinem neuen Film "Taking Woodstock". (Vielleicht nicht ganz zu Unrecht hat man in einer späteren Version des Artikels aus "Taiwan", "USA" gemacht, dafür aber die französisch-taiwanische Ko-Produktion "Visages" von Tsai Ming-ling hinzugefügt.)

Die Frankfurter Rundschau (24.04.2009) hatte den wohl wichtigsten deutschen Taiwan-Artikel diesen Monat, nämlich den von Bernhard Bartsch über das (Vorspiel zum) dritte(n) Treffen zwischen der chinesischen ARATS und der taiwanischen SEF bezüglich wirtschaftlicher Fragen und einiger damit zusammenhängender Implikationen. BB hat sich darüber hinaus mit einem heute in Taiwan lebenden Anführer der chinesischen Studentenbewegung von 1989 zu einem Interview getroffen.

Die Presse (27.04.2009) mit einem Artikel über den florierenden deutschen Waffenhandel, in dem auch Taiwan Erwähnung findet. Es geht zwar nicht direkt hervor, ob Deutschland, das bekanntlicherweise noch immer an einem Embargo für Waffenverkäufe an China festhält, direkt militärische Güter an Taiwan verkauft, aber interessant wäre es, dieser Sache mal nachzuforschen. Ich kann mich allerdings nicht daran erinnern in den vergangenen Jahren gelesen zu haben, dass sich China, wie üblich zu solchen Anlässen, darüber beschwert hätte.



Wirtschaft und Technik:

Handelsblatt (01.04.2009): mit der Meldung, dass der neue staatliche DRAM-Konzern Taiwans (Taiwan Memory Co) Qimonda eine Absage erteilt hat...

Heise Online (02.04.2009): ... dafür aber über eine Partnerschaft mit der japanischen Firma Elpida nachdenkt.

Spiegel Online (04.04.2009): berichtet über die Krise einiger asiatischer Staaten (warum auch immer, aber die Überschrift bezieht sich auf die Tigerstaaten). Ein wenig näheres zu Taiwan erfährt man - na? - genau unter "China".

Und auch sonst sieht es nicht allzu rosig aus in dem Bereich:
ZDNET (06.04.2009): Taiwanischer Handy-Hersteller HTC mit drastischem Gewinneinbruch.

Wallstreet-Online (07.04.2009): Der Negativtrend von Taiwans Exporten setzt sich fort.

Finanzen.net (08.04.2009): Südkorea überholt Taiwan als Marktführer für LCD-Panels.

Positives (?):
TMA (08.04.2009) meldet weitere Direktflüge... zwischen Taipeh und Wien.

Wallstreet-Online (29.04.2009) über Erholung am Aktienmarkt für taiwanische Fluggesellschaften und generelle Kurssprünge (30.04.2009) zum Aprilende (nachdem der TAIEX ein paar Tage zuvor aufgrund umtriebiger Einflüsse der neuen Geißel der Menschheit und, wie zu befürchten ist, auch der Nutztiere und der Vogelwelt der Schweinegrippe noch ein "Drei-Wochen-Tief" durchmachen musste - hach ja, der Aktienmarkt, man muss ihn nicht verstehen).

N-TV (29.04.2009) meldet, dass Taiwan chinesische Investitionen erlauben will. Der Einleitungssatz: "Das Tauwetter in den Beziehungen zwischen China und Taiwan treibt auch in der Wirtschaft neue Blüten. " (Leider keine rhetorischen.)

Auch net-tribune (30.04.2009) meldet, dass Taiwan chinesischen Investoren Aktienkäufe erlauben will. (Der letzte Absatz des Artikels ist wohl nach dem Baukastenprinzip entstanden.)

IT-News (30.04.2009) meldet einen heftigen Gewinneinbruch des weltgrößten Chipherstellers TSMC und in einem anderen Beitrag, dass die chineische China Mobile versucht, im Mobiltelefonmarkt Taiwans Fuß zu fassen (29.04.2009). Neben dem üblichen Abspaltungs-Faux-pas, steht im Artikel noch:
China Mobile werde rund 528 Mio. US-Dollar für eine Beteiligung an Far Eastone zahlen. Damit erhalten die Chinesen einen Anteil von rund zwölf Prozent an den Taiwanesen.
(Lieber wäre ihnen ein bestimmt ein Anteil von 100% an den Taiwanesen.)

Die Thurgauer Zeitung (30.04.2009) mit einem kurzen Video zu einem neuen ultraflachen Lautsprecher made-in-Taiwan.



Das Deutsche Institut in Taipeh macht auf Informationen zur "Schweinegrippe" und - viel wichtiger - die bald anstehenden Bundestagswahlen aufmerksam (die Sechswochenfrist für die Anmeldung zur Wahl des Europaparlaments [7. Juni] ist bereits abgelaufen! [Ergänzung: Da war ich etwas voreilig: eine Frist gibt es nicht, jedoch wird empfohlen, die Unterlagen sechs Wochen vor dem Wahltermin abzuschicken, damit genügend Zeit für die Bearbeitung gegeben ist.])


Anmerkung: Der späteren Übersichtlichkeit halber habe ich diesen Beitrag unter seinem Entwurfdatum veröffentlicht.